Dienstag, 8. September 2015

Tag 3 oder: Karma

Gestern habe ich, wie noch nicht beschrieben, einen Kollegen dazu überredet hinauf zum Luckner Haus zu fahren (Da das ganze mehr ein Tagebuch ist, trage ich jetzt - gestern gab es kein Internet - erstmal den heutigen Tag nach). Für mich war klar, dass ich am folgenden Tag, also am dritten Tag, nicht die Option fahren werde. Dienst nach Vorschrift quasi. Irgendwie nach oben zu den Drei Zinnen kommen, wieder runter. Fertig. Denkste. Karma schlägt zu. Besagter Kollege fragt heut morgen, ob ich die Option - die "Pustertaler Höhenstraße", die schon humorig von Roli als "Steigungsstraße" angekündigt wurde - fahre. Nein. Der Dialog sah in etwa so aus:

"Kommst du mit die Option fahren?"
"Nein."
"Sicher?"
"Ja."
"Wirklich?"
"Ja."
"Du hast mich gestern das Luckner Haus hochgejagt, obwohl ich nicht wollte."
"Ich komme."

Und so fand ich mich in Gruppe 2 wieder, und fuhr schnurstracks besagten Berg hinauf. Herzlichen Glückwunsch, kann ich nur sagen, der Berg, beziehungsweise "Bergkette", hat es in sich. Dreimal geht es bergauf, zwei Mal bergab. Insgesamt macht man auf den knapp 30 Kilometern 1.300 Höhenmeter - in etwa. Dennoch: Die Gegend ist schön, die Straßen relativ selten von Kraftverkehr genutzt und die Abfahrten sind schnell. Bergauf zeichnen sich die drei Anstiege durch ihre 10% aus. Im Durchschnitt. Hab ich erwähnt, dass am selbigen morgen mein Knie zickte? Jetzt nicht mehr. Weggetreten. Also rauf da. Ausblicke hat man immer wieder schöne auf das Tal, wenn man durch die Dörfer fährt und als Ruhrgebietler fragt man sich ein ums andere Mal, warum es nicht auch im tiefen Westen so eine Landschaft geben könne. Und solche Berge. Die Landschaft an der Höhenstraße ist schon genial!






Es folgten dann 20 Kilometer durch das Tal bis zur Pizzeria, die uns als eine der besten der Umgebung angepriesen wurde. Stimmt. Definitiv. Name: Vergessen. Egal. Kurz hinter der Österreichischen Grenze jedenfalls. Hätte zwei Pizzen essen können oder drei. Und Besuch von einem kleinen Hund hatten wir auch (so einer läuft bei mir zu Hause auch rum, da kam glatt ein heimisches Gefühl auf!):



Was dann folgte war nichts anderes als ein ständiges bergauf. Auf Radwegen, Straßen und immer schön, wenn es der Gegenverkehr (vor allem auf den Radwegen) zuließ, in Zweierreihe. Bis in etwa nach 75 Kilometern und auf einer Höhe von 1.500 Metern der erste der drei folgenden Anstiege folgte: Zunächst hinauf nach Misurina mit 5 Kilometern und 303 Höhenmetern, dann in Richtung der unbekannteren Seite der Drei Zinnen. Der Berg ist... Scheiße? Heftig, einfach nur heftig. Einfach nur steil. Aber eine herrliche Aussicht (sofern man sie denn genießen kann...), die für vieles entschädigt. Und da wir außerhalb der Saison hier sind auch relativ wenig Verkehr. Oben angekommen hat man die herrlichste Aussicht! 

Die Abfahrt und der Tre Croci waren gut, der Berg ein Klacks, nach dem, was da schon war. Und ehrlich gesagt bin ich müde und will nicht mehr. Deshalb: Gute Nacht!

Tag 1 - Würzjoch

Tag 1 der Quäldich-Dolomiten-Rundfahrt began am Sonntag. Schon morgens merkte man eine gewisse am Tisch. Alle waren leicht hibbelig. Es sollt endlich losgehen. Gutes Frühstück. Fahrrad fertig gemacht. Gruppe ausgewählt. Die erste Gruppe war mir zu... Hochgezüchtet. Kann man nicht anders sagen. Da sind definitiv die drin, die ein ordentliches Grundtempo haben. Also ich nicht.

Im Endeffekt wurden, zu Gruppenfindungszwecken, auch nur zwei Gruppen gemacht. Also in die zweite Gruppe. Auf ging es gen Klausen. Was soll man sagen? Unspektakulär. Irgendwie hoch, leicht ansteigend. Meist auf dem Radweg, es sei denn, der Radweg ist gesperrt, und weiter ging es in Richtung des ersten Passes. Würzjoch. Enge Straßen. Wenig Verkehr. Durch ein paar kleine Dörfer. Mit einer Idiotin, die uns in einer Kehre die Vorfahrt genommen hat. So eine seltene Dämlichkeit, einfach durchzuziehen, obwohl drei Radfahrer gerade die Kehre in Angriff nehmen...  Dummheit. Einfach nur Dummheit und verdammt gefährlich. 

Lustig war, dass ich mit einem Kollegen ausklamüsert hatte, dass es noch 10 Kilometer zum Ende des Passes waren. Dabei waren es noch mehr als 15. Glatt verschätzt. Also volle pulle darauf. Und als 5 Kilometer später das Schild "15.5 Kilometer" kamen, dachte ich nur: "Oh scheiße." Das ging auch ganz schön ab, die Oberschenkel wurden immer dicker. Vor allem, da die Berge hier echt nicht mit denen aus den Alpen zu vergleichen sind. Steiler. Deutlich steiler. 11% sind hier eher die Tagesordnung als eine kurze, steile Rampe. Herzlichen Glückwunsch. Zumindest weiß ich jetzt, dass ich vielleicht mal mehr auf Kraft trainieren sollte. Das tut nämlich auf Dauer ganz schön weh.

Die Abfahrt nach St. Virgil bei Enneberg war lang und gut, wurden allerdings durch die letzten ansteigenden Kilometer ganz schön unschön. Aber es gab einen Trost: Saune für Lau im Hotel. Herrlich!

Freitag, 4. September 2015

Passo della Foppa aka "Mortirolo" - Name ist Programme!

Mort. Dieses Präfix ist nicht umsonst im Namen des Berges. Scheiß die Wand an. Das kann man nicht anders sagen. Aber dazu gleich mehr. Erst einmal muss ich sagen, dass ich enttäuscht bin. Eigentlich wollte ich den Gavia noch machen. Eigentlich. Dies ist vor allem ärgerlich, da er als besonders schön gilt. Aber der Reihe nach.

Der Wecker ging morgens um 5 los. Bei dem, was ich mir vorgenommen hatte, sollte ich früh losfahren, damit ich früh wieder im Hotel bin. Immerhin muss ich heute packen, da es morgen weiter nach Bozen geht, wo der Treffpunkt für die Dolomiten-Reise von Quäldich.de ist. 

Als ersten Startpunkt hatte ich mir eine kleine Stadt namens Cepina ausgesucht. Auf dem Weg dorthin musste ich freilich über das Stilfserjoch und ich muss sagen, dafür hat es sich schon gelohnt. So früh morgens herrscht da eine wirkliche Stille, nichts los. Schöne Szenerie, vor allem mit der aufgehenden Sonne! 

In Cepina angekommen parkte ich auf dem Friedhofsparkplatz am Ortsausgang, stieg aus und - verdammt, war das kalt! 6 Grad! Also alles angezogen, was ich dabei hatte, Fahrrad zusammengebaut, los geht's. Bis ich irgendwann zwei Dinge bemerkte: 1) Warum geht es hier bergauf und anscheinend über den Berg? und 2) Das ist nicht die Richtung in die ich muss. Handy raus. Keine vernünftige Anbindung bis nach Mazzo/Tovo gefunden, wieder zurück zum Auto, alles wieder zusammengebaut und die 25 Kilometer bis nach Tovo di Sant'Agata gefahren. Wieder am Friedhof geparkt, der auch noch direkt am Beginn des Anstiegs liegt und rauf da. 

Ich würde ja gerne etwas über die Aussicht sagen, aber ich hab eigentlich nur den Asphalt vor mir gesehen und mein Vorderrad. Die ganze Zeit geht es einfach permanent mit 10% und mehr bergauf. Leck mich fett. Es ist einfach ein großer Unterschied zwischen dem Erleben und dem Sehen auf einem Höhendiagramm. Es ist einfach mörderisch. Brutal. Es ist immer schwierig mit den Superlativen, vor allem auch im Hinblick auf die anderen Berichte und die Berge, die ich gefahren bin. Aber Stand jetzt kann ich definitiv sagen: Das ist mit Abstand der härteste Berg, den ich bisher gefahren bin. Nicht der Galibier, nicht der Madeleine, nicht der Chaussy nach Télégraphe und Galibier, nicht der Agnel, nicht der Izoard. 

Die Steigung ist einfach nicht zu beschreiben. Ich habe bei mir in der Nähe die "Gräfin-Imma-Straße", die in einer Kurve richtig ordentlich anzieht, ein richtiger Steher. So ist der Mortirolo durchgehend. Nach fast 9 Kilometern kommt dann die erste Erholung und verdammt, die hat man dann auch nötig. Zu dem Zeitpunkt tat mir schon alles weh: Knie, Rücken, sogar die Fußknöchel taten vom ewigen Wiegetritt weh! In der kurzen flachen Passage konnte ich zumindest ein paar Fotos machen, auch, weil sich hier endlich der Wald lichtet und man ein wenig mehr sehen kann:

Was dann allerdings kommt ist einfach nur tödlich. 21% Rampen über mehrere 100 Meter, wenn man Glück hat, dann sackt es mal auf 15% ab. Leider muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich hier aus Sicherheitsgründen abgestiegen bin. Der Asphalt wurde mit der Steigung zusammen extrem schlecht und der Grip schon mäßig. Dann kamen allerdings noch so Rillen hinzu, die das Wasser ableiten sollen. Diese waren aber nicht einfach in die Straße gefräst, wie die ganze Zeit schon, sondern mit Metall verstärkt. Durch den Regen der Nacht und der noch nicht auf den Hang scheinenden Sonne, waren die Dinger verdammt rutschig. 3x habe ich mich fast auf den Bart gelegt. Beim 4. Mal habe ich, in Anbetracht der Tatsache, dass 10 Meter weiter die Kehre war, entschieden, dass es besser ist zu schieben. Mich auf die Nase legen will ich definitiv nicht! Hier ein paar Bilder von der Kehre: 

Danach wurde es, im Vergleich dazu, geradezu harmlos, man biegt auf die offizielle Streckenführung von Mazzo hinauf zum Pass ein, macht noch 6 Kehren bei 11-15% und wuchtet sich nach oben. Oben angekommen wartete eine Kuhherde, die fröhlich Musik machte und ist einfach nur froh, dass es vorbei ist. Das war auch der Punkt, an dem ich entschieden hatte, dass ich den Gavia definitiv nicht mehr machen werde. Mit den Schmerzen noch mal 19 Kilometer bergauf... Nein. Leider nicht.

Wobei: vorbei ist es nicht wirklich... Die Auffahrt ist keine Freude und die Abfahrt auch nicht. Hab die offizielle Strecke nach Mazzo gewählt, die Hände immer an der Bremse. Laufenlassen ging aus zwei Gründen nicht: 1) die vielen Kehren, die enge Straße und der schlechte Asphalt und 2) ließ man die Bremsen nur einmal kurz los, ging das Rad ab wie Schmitt's Katze. In Verbindung mit 1) kein Vergnügen... Somit taten mir, unten angekommen, nun auch noch die Arme weh. 

Im Auto habe ich erstmal 30 Minuten, nachdem ich alles verladen hatte, gepennt. So fertig hat mich der Berg gemacht. Unglaublich. Den Berg muss man einfach einmal erlebt haben, wenn man bescheuert genug ist, den hochzufahren.

Donnerstag, 3. September 2015

Ruhetag mit einer kleinen Runde durch das Etschtal

EIGENTLICH wollte ich heute morgen in Richtung Bormio aufbrechen. Gestern hatte ich bereits alles vorbereitet. Fahrrad ins Auto gepackt, Sachen rausgelegt, Flaschen vorbereitet, Sachen rausgelegt. Das Wetter versprach nicht gerade ein Knaller zu werden, dementsprechend viele Dicke Sachen lagen bereit.

Doch als ich heute morgen um 5:15 von meinem Wecker geweckt wurde und aufgestanden bin, dachte ich nur: "Himmel Hilf! Mit den Beinen komme ich weder den Mortirolo rauf noch den Gavia." Zu allem Überfluss sind die Wolken anscheinend schneller rübergezogen und es hat geregnet. Die ganze Nacht über. Die Wettervorhersagen hatten sich weiter verschlechtert. Ich habe es einfach mal als Zeichen verstanden und habe mich wieder ins Bett gelegt. Man soll sein Glück ja auch nicht überstrapazieren, vor allem nicht in den Bergen mit einer hohen Gewittergefahr.

Also wieder ins Bett, Wecker auf 8:45 gestellt und siehe da, die Beine waren besser. Zumindest so gut, dass ich mir vorgenommen hatte, nach dem Frühstück ein wenig an der Etsch entlang zu fahren. Was ich dann auch tat. Der Hinweg ist wirklich gut, mein Garmin-Navi hat mich super geführt und ich hab so langsam aber sicher meinen Gefallen an den kleinen Fahrradstraßen gewonnen, ebenso an den Wirtschaftswegen der Apfelbauern. Unschön war lediglich der kurze Weg über die Vinschgauer Straße, die hiesige Hauptverkehrstraße, die relativ eng für eine Straße ist, die mit einem solchen Ausmaß an Verkehr auskommen muss. Wenigstens ging es bergab und ich konnte ziemlich schnell schauen, dass ich da wegkomme - bei der nächsten Ausfahrt (Kortsch) ging es auch schon wieder raus und über Schlanders wieder auf den Radweg entlang der Etsch.

Bis Kastellbell ging es weiter, was ich nach knapp einer Stunde erreichte. Bergab ist es halt auch ohne große Anstrengung leicht einen guten Schnitt hinzulegen! Was dann kam, war ein Beweis dafür, dass es den Beinen wieder gut ging, aber auch, dass es für zwei richtige Pässe - und dann auch noch für den Gavia und den Mortirolo - nicht reichen würde.

Der Weg rauf nach Tarsch war ein Berg der 3. Kategorie und es lief einigermaßen. Unschön war, dass anscheinend die Fahrbahndecke erneuert wird und die gesamte rechte Spur aufgerissen war. Was aber kein Problem war, darauf war so wenig los, dass mir nicht ein einziges Auto entgegenkam und ich problemlos auf der Gegenspur fahren konnte *hust*. Man passiert auch ein kleines Dorf, welches einen Brunnen hat, das Auffüllen der Flaschen wäre hier also auch problemlos möglich!


Ein Blick über die Apfelplantagen hinweg runter ins Tal.

Herrlicher Blick aufs Tal, dieses Mal ohne vollbehangene Apfelbäume!


Oben angekommen folgte der spaßige Teil: Eine gut ausgebaute Straße, gut einsehbare Kurven, guter Asphalt bat die Abfahrt und nur ein Auto kam mir bei der Abfahrt nach Latsch entgegen. Mein Schnitt darunter: 60km/h. Wenn man übrigens Lust hat, eine Pause einzulegen: Die Abfahrt nach Latsch geht am Schwimmbad in der selbigen Stadt vorbei, in welchem ich gestern drei Stunden lang faul im Whirlpool lag und die Berglandschaft betrachtete.

Weiter bis nach Goldrain und auf den Etschtalradweg. Doofe Idee. Ab Göflan hatte dieser eher die Beschaffenheit eines Trails. Das Schild versprach "1.5 Kilometer Schotter", im Endeffekt waren es knapp 5. Ich war wenig angetan. Aber immerhin war es schön, erst rechts, dann links der Etsch zu fahren, die einem entgegen fließt!

Mit "heruntergefallenem" Apfel!

Blick auf die Etsch von der Brücke im geschotterten Teil des Radweges!


Die restliche Strecke war fast genau, wie der Hinweg, nur das ich mein Navi irgendwann ausgemacht habe und der Straße noch weiter nach Tschengls gefolgt bin, da es bergauf ging... Ging irgendwie nicht anders! Bin einfach immer weiter bergauf gefahren, bis ich vor einer sehr steilen und nicht asphaltierten Straße stand. Hab dann entschieden, dass ich das nicht brauche und bin wieder in Richtung Prad gefahren.



Ein typischer Wirtschaftsweg zwischen den Apfelbäumen hindurch - klein, schmal, wenig los!
Der Großteil dieser Strecke, vor allem des Rückwegs, verlief durch die Apfelplantagen und war sehr ruhig und angenehm zu fahren. Irgendwann hat mich ein Apfel angelacht und wie durch Zufall ist er in diesem momentan in meine Hand gefallen. Nachdem ich ein wenig nachgeholfen hatte... War einfach zu verführerisch!

Dienstag, 1. September 2015

Wie man mit schlechten Wettervorhersagen umgeht

Tja. Schlechtes Wetter ist schon in tiefer liegenden Gegenden nicht wirklich ein Vergnügen. In den Bergen ist es aber schlicht und ergreifend doppelt so mies. Auf 2.500 Metern in einen Regenguss bei 8 Grad zu kommen ist nun wirklich etwas, was ich nicht erleben will. Das schreit förmlich nach Krankheit. Okay, gut. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Das Argument lasse ich gelten. Nur leider sind auch noch Gewitter angesagt. Das macht es unmöglich morgen zu fahren. Und vielleicht auch übermorgen. Schauen wir mal. Auf jeden Fall war damit heute morgen klar, dass es morgen, am Mittwoch, keine Tour geben wird. Nicht im Vinschgau. Nicht im Veltlin. Nicht in Österreich und auch nicht weiter im Osten. Anscheinend ist eine ziemlich große und schwarze Wolke über uns. Also dachte ich mir heute morgen: "Alles oder nichts."

6:30 klingelte der Wecker. 6:50 war ich aus dem Bett - nachdem ich gestern schon um 3 Uhr aufgestanden war und 850 Kilometern in den Beinen hatte (höhöhöhö), war es wirklich eine Überwindung. Aber das Stilfserjoch wartete. 7:10 auf dem Rad. 7:15 an der Bäckerei und mit gefüllten Croissants eingedeckt. Frühstück im Hotel begann erst um 7:30 - zu spät, zumindest heute, bei meinem Plan. Ach ja, der Plan: Rauf zum Stilfserjoch, runter in die Schweiz über den Umbrailpass, hinauf zum Ofenpass, wieder zurück und rauf auf den Umbrailpass, runter und durch's Tal wieder nach Prag mit Abstecher zu den Lichtenberger-Höfen.

Das Stilfserjoch ist schon ein Mythos. L'Alpe d'Huez auch. Das hat mich enttäuscht. Ob mich das Stilfserjoch enttäuscht hat, ist schwer zu sagen, da es die Umstände waren, die meine Meinung zum negativen wenden.

In Prad ging es los. Ich wusste, dass es zwei Städte gibt: Gomagoi auf 1267 Höhenmeter und danach Trafoi auf 1543 Metern. Ich muss gestehen: Ich hab das Profil am Abend vorher auf quaeldich angestarrt. Hängen geblieben ist viel, aber nach der Tour, es ist wie in Trance fahren. Links die Berge, vor einem Straße, man hört das eigene Herz pochen, konzentriert sich auf's Fahren, ansonsten auf die Landschaft um einen herum. Insofern ziehe ich besser mal das Profil und die Beschreibung heran, um die eigenen Erinnerungen wieder aufzufrischen.

Bis Trafoi ist der Weg vor allem dadurch gekennzeichnet, dass es relativ gerade einfach nur bergauf geht. Gibt schlimmeres. Zumal sich, nach dem Wechsel über die Brücke - wenn ich mich richtig erinnere, heißt sie (sehr kreativ), Stilfserbrücke - zur Linken des Fahrers das Massiv um den Ortler erstreckt. Ein herrlicher Anblick. Die schroffen Felsen, der Gletscher, der Dunst, der am Morgen am aufsteigt... Ich habe es versucht beim Fahren zu fotografieren - andere Bilder wird es selten von mir geben, wenn ich bergauf fahre, dann fahre ich und bin voll konzentriert - ich glaube aber nicht, dass das Foto das so einfängt, wie ich es erlebt habe. Wie es jeder selbst erlebt. Das besondere liegt im Moment, im eigenen Sehen, im eigenen Erleben. Es ist schwer, das anderen zu vermitteln. Fotos können schön sein, aber niemals so sein, wie das eigenen erlebte. Okay, genug philosophiert:

Foto wurde etwas früher als beschrieben gemacht, aber dieser Anblick erhebt sich dann zur Linken!


Nach Trafoi geht es dann wirklich los. Die Kehren kommen. Scheiß auf L'Alpe d'Huez, 21 Kehren. Das ich nicht lache. 48 warten hier auf einen. Die ersten führen einen in einen Wald. Aus diesem kommt man heraus vor der Franzenshöhe, wenn ich das richtig im Kopf habe. Hier kriegt man auch den ersten Blick auf die letzten Kehren. Dazu später mehr. Der Weg durch den Wald war ruhig, entspannt. Gut, es ging kräftig bergauf, aber es war schön. Eine Kehre jagte die andere, mal eine längere Gerade, dann wieder eine Kehre. Links der Ortler. Immer noch. Dunst, der aufsteigt. Ruhe. Ungeahnte Ruhe. Selten so eine Ruhe erlebt. Vor allem am frühen morgen, bis etwa 8:30-9:00. Dann fingen Autos an, die Strecke zu nutzen. Sollen sie, alles gut. Ab und zu ein Oldtimer. Gibt schlimmeres als schöne Autos zu gucken!

Bei der Franzenhöhe habe ich ein Foto gemacht. Mein einziger Gedanke war "Oh shit.". Man muss sich das einmal vorstellen: Da fährt man knapp 14.5 Kilometer, auf knappe 2.000 Höhenmeter und sieht diese in den Stein gehauenen Kehren, die sich eng nach oben schrauben wie ein Korkenzieher und man fängt an zu rechnen: "Gut. Die Passhöhe liegt auf 2.757 Höhenmeter. Ich bin jetzt bei ca. 1.800, habe knapp 15 Kilometer in den Beinen. Weniger als 10 Kilometer, vor mir, noch knapp 1.000 Höhenmeter zu machen." Einziger Gedanken: "Das wird weh tun."

Die Sonne verzog sich zum Ende des Tages leider, aber am Vormittag war sie da! Hier der Beweis - mit dem herrlichen Blick auf die Kehren vor der Passhöhe und der Franzenhöhe linkerhand!

Dann begann leider der negative Teil des Tages: eine britische Oldtimerfraktion - die, die ich im Wald noch bewundert habe, weil es nur 3-4 Wagen waren - machte anscheinend ein Rennen nach oben. Dutzende Oldtimer überholen mich und vor allem in den Kurven war das eklig: Abbremsen, Vollgas geben, Benzingestank. Wenn ich momentan an die letzten 10 Kilometer des Stelvio denke, kommt mir der verdammte Geruch von Benzin in die Nase. Davon abgesehen, war die Fahrt geil. Kann man nicht anders sagen. Aber diese verdammten Oldtimer: Danke auch an den Idioten, der mir den Stinkefinger gezeigt hat, nur, weil ich nicht ganz außen gefahren bin und ihm die Ideallinie zerstört habe. Ich hoffe, du hast einen Getriebeschaden und dein geliebter Oldtimer muss teuer restauriert werden!

Oben angekommen offenbarte sich nicht die Mähr vom "höchsten Rummelplatz". Okay, ich war kurz nach 10 oben, wahrscheinlich eine gute Zeit. Ein Stand neben dem anderen, an welchem Souvenirs gekauft werden können (haben mich irgendwie nicht so überzeugt, obwohl ich willig war!), Stände an denen man etwas zu essen kaufen konnte und ein tolles, bis zur Unkenntlichkeit verklebtes Passschild... Hab dann die Variante vor dem Gedenkschild zu Ehren von Fausto Coppi gewählt (Warum nicht Bartali?!):

Zugeklebtes Schild - leider! Samt Schleichwerbung für das Canyon Endurace Cf 9.0 - ein Fahrrad, wie man es sonst nicht sieht, perfekter Komfort, stabile Lage bergab! Verdammt. Zu offensichtlich?

Nicht gerade fotogen. Aber hinter meinem Rücken verstecke ich meine dünne Jacke,  Den Namen "Coppi" habe ich natürlich verdeckt... 

Runter ging es dann in Richtung Umbrail, weiter ins Tal und Richtung Ofenpass. Wenn schon, denn schon. Über 2.000 Meter ist definitiv anfahrenswert. Der Weg ist dreigeteilt: Zunächst geht es recht flach voran, bevor eine erste Steigung nach Valcheva kommt und knappe 2 Kilometer lang ist. Die ganze Zeit schaut man auf einen Spalt zwischen zwei Bergen und ich dachte so: "Da muss ich hin!" Und so war es auch. Doch zunächst wieder etwas flacher, erst nach Tscherv - und einem rettenden Brunnen, um die langsam aber sicher leer werdenden Flaschen mit kühlem Wasser nachzufüllen - geht es wieder richtig rund. Bis zum Ende. Knapp 5 Kilometer von 1.700 Höhenmeter auf 2.149 Höhenmeter. Schöne Strecke, vor allem deshalb, weil es viele Gerade gibt und man denkt "Das muss ich hinterher wieder runter!". Gen Ende kommen ein paar Kehren, schön ausgebaut und die Passhöhe kommt immer näher. Oben hat man einen schönen Ausblick und ich ließ mich neben dem Passschild nieder, um mein letztes Croissant zu essen. Ich hab ein paar Fotos von Fahrradfahrern gemacht, wurde selbst fotografiert, so, wie es sein soll. Wir Radfahrer sind halt eine Gemeinschaft:

Blick in Richtung Passhöhe (denke ich... Es ist immer schwierig nachzuvollziehen, wo genau das jetzt war... :D)

Das weiß ich aber! Selbsterklärend, oder?

Blick auf die Kehren des Ofenpasses. 


Runter in Richtung Müstair kann man das Rad schön laufen lassen, doch die letzten zwei Kilometer rauf zum Ofenpass haben mir gezeigt, dass ich etwas dringend brauche: Essen. Langsam wurden die Beine schlapp, Und ich wollte noch mindestens den Umbrail fahren. Also ließ ich mich in einem Café nieder und aß ein Bauernbrot, die Preise in der Schweiz sind schon gesalzen, auch wenn es vorzüglich war!

Nun ging es hinauf. Direkt mit mindestens 8%. Ich habe von der Abfahrt nichts erzählt, da ich das Ding ja auch noch raufgefahren bin. Und verdammt, so viel Spaß es macht, den Umbrailpass runterzuknüppeln, so schlimm ist es ihn heraufzufahren. Steil, verdammt steil - vor allem, wenn man vorher den Stelvio und den Ofenpass gefahren ist. Selbstmörderisch, geradezu. Nach Kilometer 4.8 hat man die ersten Kehren hinter sich gebracht. Mit schönem Blick auf das Tal, einen Bergbach, die Kehren unter einem. Die liefen noch ganz gut, dennoch beneidete ich die Straßenarbeiter, die mal eben in meiner Abwesenheit 100m Straße geteert haben, und sich nun ihrer Pause widmeten, in der Sonne lagen und es sich - zumindest zu diesem Zeitpunkt - gut gehen ließen.


Nach den Kehren begann allerdings der Wahnsinn. Die langen Gerade, die beim Abfahren richtig Spaß machen, sind bergauf eher scheiße. Um es nett auszudrücken. Langsam quälte ich mich Stück für Stück bergauf und mir kamen die Worte aus dem Frankreich-Urlaub ins Ohr: "Jeder hat mal eine schwache Phase!" Ich hatte sie am Umbrailpass. Eine Woche zu spät. Ich hätte gerne jemanden gehabt, der mir in den Arsch tritt. Aber es half alles nichts, rauf geht's. Wenigstens wurde mit jedem Höhenmeter die Landschaft rauer und schöner. Das Beste: das Kuhglockengeläute, dass sich durch die Schlucht zur Linken zieht und kilometerweit zu vernehmen ist - so fährt man gerne: ruhig und im Einklang der Natur. Warum fahren wir sonst Fahrrad? Draußen? In der Natur? Sonst könnten wir auch einfach auf der Rolle unsere Kilometer spulen. Hier ein Blick auf die langen Geraden:

Bergauf: anstrengend, herausfordernd, ambivalent.
Bergab: geil, schell, schmal, gut einsehbar und: Ich will mehr!


Nach den letzten Kehren, die gut und gerne mal unter 10% fallen und zwischen sich auch mal erdreisten die 15% zu erreichen, erreicht man die Passhöhe. Zur Linken sah ich dann auch die Kühe friedlich am Hang weiden. Herrlicher Anblick. Weiter oben konnte man die Passhöhe des Stelvio sehen. Kurz fragte ich mich, ob ich sie vielleicht noch mitnehmen solle und dann runter fahren solle? Guter Witz. Zuerst oben das Foto des Schildes gemacht, dann ab in das dortige Wirtshaus, Refugium, was auch immer, in die Nähe des Kamins gesetzt und eine Cola bestellt. Das Wetter draußen wurde leider zunehmend schlechter. Wolken, Temperatursturz, leichter Fisselregen. War sehr angenehm in der Hütte...

Der Blick vom Umbrailpass auf die Passhöhe des Stilfserjochs - schöne Landschaft!
Irgendwann löste ich mich dann doch aus dem schönen, warmen Haus und fuhr herab (schöne Abfahrt - die langen Geraden sind echt toll!) und durch das Münstertal nach Prad. Fast durchgehend bergab. Die ersten 14 Kilometer mit einem Schnitt von fast 38, von Gurns nach Prato mit einem 30er Schnitt. In Prad juckelte ich dann noch ein wenig herum, auf der Suche nach einem Laden, der mir ein Fahrradschloss verkauft. Der Schuppen hier ist gut, aber... Vertrauen ist, Kontrolle besser. Übrigens: das Münstertal ist recht schön:


Das war die... "Innenstadt"? Von Müstair. Jedenfalls fährt man durch eine enge Gasse an den Gebäuden entlang. Und ja, dort gibt es auch schönere Gebäude als hier - bin leider erst am Ende der Gasse dazu gekommen, ein Foto zu machen, da ein Laster meine Aufmerksamkeit erforderte!
Kurz nach dem obigen Bild auf der Straße. Oder kurz davor. Bin mir nicht sicher... Jedenfalls gut ausgebaut, netter Asphalt und ein schöner Blick auf das noch schönere Vinschgau, zumindest, was die Sonne angeht. Bis ich da war, war die Sonne aber auch wieder weg...

Ich war sehr froh, endlich wieder im Hotel zu sein, die Beine waren... nicht mehr 1A. Im Ausdauerbereich war gut (mit einer gewissen Neigung der Straße), alles was in Richtung Kraftausdauer ging... Nicht so der Renner. Wird Zeit für Hanteltraining und Intervalltraining auf der Rolle.

Am Ende standen 119,7 Kilometer - 300 Meter mehr und ich hätte das Abzeichen von STRAVA für die Granfondo (VERDAMMT!) - 3.735 Höhenmeter und insgesamt 10 Stunden unterwegs, 7:34 davon in Bewegung. Aua. Vor allem der Durchschnittsspuls von 151 und die fast 4.000 verbrannten Kalorien. Aber ein super Tempotraining laut Strava! Und laut Polar auch, die mir dazu noch sagt, dass ich diese Tour Sonntag gegen 10:00 verarbeitet habe... Fühlt sich auch so an!

Fazit der Tour oder auch "tl;dr" genannt:
Stilfserjoch toll, aber nicht der Mythos. Beziehungsweise, der Mythosstatus ist das Problem: Sehr viele Autofahrer. Aber auch Momentaufnahme!
Ofenpass definitiv schön, einen Ausflug wert. Abfahrt schön, viele Gerade, guter Asphalt! Recht wenig los.
Umbrailpass: Herrlich! Schöne Landschaft, raue Gegend, aber auch sehr steil. Mein Geheimtipp und wenn ich jetzt die Wahl hätte: Lieber Umbrail als Stilfserjoch.

Wenn ich mich abgeregt habe, dann fahre ich das Stilfserjoch sicher noch mal. Bei der nächsten Gelegenheit. Es ist einfach eine geile Herausforderung, rein von den Werten her!

P.S.: Ups, der Bericht ist ausgeartet!

Montag, 31. August 2015

Tag 9 - Glandon und Croix de Fer


Samstag bin ich den Mont Cenis hochgebolzt. Das Wetter für Sonntag wurde als gewittrig und regnerisch beschrieben und ich schrieb die Chancen sehr gering ein, noch einmal zum Radfahren zu kommen. Am Sonntagmorgen sahen die Wetterberichte etwas besser aus. Erst ab dem Mittag sollte es anfangen zu regnen. 

Also zogen Reinhard und ich uns morgens an. Zum Radfahren. Mut zur Lücke. Der Glandon... Unser Hausberg. Die Straße, die hoch führt, keine 500 Meter entfernt. Und wir hatten es partout nicht geschafft, ihn zu fahren. Aber es kam, wie es kommen musste. Wir holten die Räder aus der Blockhütte, es fing an zu regnen. Heftig. Die Stimmung war am Arsch. Es wurde wieder etwas weniger. Vielleicht nur ein Schauer? Reinhard wollte das Wagnis nicht eingehen. Zu groß die Gefahr in ein Gewitter zu kommen. Ich war angezogen. Keine Lust mich umzuziehen. Das wäre eine Niederlage gewesen. Eine herbe Niederlage. Also: Mut zur Lücke. Los geht's. 2 Kilometer im Berg, erwartete mich dieser Anblick:


Blauer Himmel. Gerade noch geregnet und ich fahre auf blauen Himmel zu. Verdammt, kann man so ein Glück haben? Schnell das Bild an Reinhard weitergeleitet, kurz darauf machte er sich auf den Weg mich einzuholen. Beim Warten habe ich mit dem Handy und den Filtern herumgespielt, hier das Ergebnis:


Gemeinsam ging es dann nach oben. Und verdammt, dieser Berg hat es in sich. Bis zum ersten Flachstück war der Berg regelmäßig, gut zu fahren, nicht zu steil. Ein paar Kehren. Schöne Landschaft. Was will man mehr? Nach dem Flachstück ging es aber richtig zur Sache. Und wie. 
Hier das besagte Flachstück
 Am Glandon gibt es einen Fußballplatz. Schon bei der Auffahrt mit dem Auto haben wir diesen Punkt als Knackpunkt ausgemacht. Denn ab hier geht es richtig rund. Die letzten 5-6 Kilometer haben durchschnittlich(!) 10%. Mal mehr. Mal weniger. Das "weniger" bringt nichts mehr, es tut alles weh. Das "mehr" macht alles nur noch schlimmer. Die letzten vier Kilometer bin ich permanent im Wiegetritt gefahren. Ich kam mir vor, wie eine Lokomotive: heftig schnaufend und immer im selben Takt zu mir selbst sagend: "Ich kann es schaffen, ich kann es schaffen, ich kann es schaffen..." Nach all den Touren nagte ich wirklich an den letzten Kraftreserven. Leider bringen die Bilder nicht im entferntesten herüber, wie hart die letzten Kehren sind. Zumal keine Bilder davon existieren. Mit Verlaub: Fotos waren das Letzte, woran ich gedacht habe.



Oben angekommen hatte ich wirklich das Gefühl, einen harten Brocken hinter mich gebracht zu haben. Und dabei überschreitet er nicht mal die 2.000 Meter...! Er ist aber wirklich, wirklich hart. Eklig. Mit am ekligsten. Von der Härte her... Mit dem Izoard gleichzusetzen. Steil, einfach nur sausteil.


Natürlich haben wir dann auch noch die 2.5 Kilometer in Angriff genommen und den Col de la Croix de Fer auch noch erobert. Zählt aber irgendwie nur so halb, dem Empfinden nach. Die Auffahrt mit dem Glandon macht 21.5 Kilometer. Die Auffahrt von Saint-Jean-de-Maurienne sind 29 Kilometer. Von Rochetaille sind es 32 Kilometer. Das sind noch mal ganz andere Kategorien. Und verdammt unryhtmisch. Aber man muss sich ja auch noch was für die Zukunft bereithalten!



Oben am Pass habe ich dann wiedermal ein wenig mit dem Handy und den Filtern gespielt, da mein Mitstreiter mit dem Schießen von Fotos beschäftigt war. Eines meiner Lieblingsfotos, muss ich gestehen.


Die Abfahrt war unglaublich eklig, immer diese Gegensteigungen. Die letzten 10 Kilometer habe ich dann noch mal alles rausgehen: 35er Schnitt. Danach war Essig. Gott sei Dank hatte ich das Privileg eine Massage danach zu erhalten... Montag zickte dann auch das Knie. Aber es war ja Ende. Ein gelungenes Ende. Der letzte Pass ist auch noch gefallen.

Erste kleine Tour in und um Prad

Selbst nachdem ich um 3 Uhr aufgestanden bin, durchgefahren bin, abgesehen von 4 kurzen Pausen und einer Vollsperrung die mich eine Stunde gekostet hat, konnte ich es nicht lassen nach der Ankunft auf das Rad zu springen und einmal durch die nähere Umgebung zu fahren. Außerdem musste ich noch 21 Kilometer machen, um bei STRAVA das Monatsabzeichen zu bekommen!

Ich will Sainte-Marie-de-Cuines nicht schlecht machen, aber im Gegensatz zu Prato allo Stelvio ist unser Standort in Frankreich nicht so der Burner. Industrie halt... Trotzdem hatte die Gegend natürlich Charme. Bei meiner kleinen Tour habe ich ein paar Schnappschüsse gemacht:

Blick auf den Ortler (kann eigentlich nur der sein), den höchsten Berg des gleichnamigen Massivs.  Daneben müsste das Stilfserjoch liegen - Wetter heute noch herrlich, morgen auch, dann wird es weniger schön :/

Panorama der Bergwelt (leider ein wenig überbelichtet)

Ein Nebenfluss der Etsch, der durch ein kleines Dörfchen fließt. Herrliche Gegend!

Blick von der Brücke in die andere Richtung!

Der Anstieg hatte mich irgendwie angezogen, er wurde mit 15% gepriesen, hinauf zu einer Festung. Leider war es kaum möglich bei 15% und dem Kopfsteinpflaster bis zum Ziel zu gelangen. Selbst die 50 Meter Abfahrt waren der Horror...

Morgen ist der Stelvio dann fällig. Endlich.